Aus Robis Welt

«Wann dürfen wir wieder schlitzen?» So hiess es immer wieder während der Ferienaktion im Herbst, in der das Sackmesserdiplom erworben werden konnte. Oder nach dem Herumspringen: «Kann ich ein Pflaster haben, ich habe mir den Arm aufgeschlürft». Schlitzen und schlürfen – klingt etwas makaber, doch keine Angst, liebe Eltern, wir liessen natürlich niemanden und nichts (auf)schlitzen. Viel mehr hatten offenbar die Worte «schnitzen» und «aufschürfen» bisher noch keinen Eingang in den Sprachschatz einiger Kinder gefunden. Das Schnitzen selbst jedoch wurde mit viel Geschick ausgeübt und die Theorie ernsthaft einstudiert, sodass alle Teilnehmenden – auch die Jüngste mit 5 Jahren! – sich zum Schluss das Diplom verdient hatten. Auch die Frühlingsferienaktion mit Nonno Mathias war ein Höhepunkt des Jahres, sowie viele kleinere und grössere schöne Ereignisse. Z.B. die Halloweenparty oder das Schoggifondue auf dem Feuer oder das Malen von Friedensbildern mit einer richtigen Künstlerin, die nicht ganz vorschriftsmässige dafür umso aufregendere Fahrt auf dem Werkhoffahrzeug oder das Holzhacken einzelner grosser Jungs oder das von den Kindercoaches durchgeführte Spielefest oder die von den Kindern selbständig inszenierten Talentshows oder … Es war ein insgesamt erfreuliches Robi-Jahr. Vielfältige Unterstützung und Vernetzung Wieder kam unsere treue Christine regelmässig am letzten Mittwoch des Monats, um den Kindern bei anspruchsvolleren Werken- und Bastelangeboten zu helfen. Jeden Freitag durften wir zudem mit der Unterstützung einer Güggi-Betreuerin rechnen, sodass mehrmals Verkleiden sowie fachgerechte Ytong-Hauerei angeboten werden konnte. Und auch die begehrten Werkstattkurse konnten so in Ruhe durchgeführt werden. Weiter durften wir drei neu ausgebildete Kindercoaches willkommen heissen, womit wir nun auf fünf aktive Kindercoaches zählen können. Ausserdem halfen uns Sutha und ihr Mann Suri wieder tatkräftig beim Kochen an den Ferienaktionen. Diese vielfältige Unterstützung kam spürbar den Kindern zugute. Wir hatten punktuell mehr Raum für Beziehungspflege durch persönliche Gespräche und individuelle Zuwendung. Dies wiederum kam der Gesamtkultur zugute, die merklich entspannter war als in anderen Jahren. Dazu trägt wesentlich auch die gut eingespielte Zusammenarbeit mit meiner Assistentin Gina bei. Sie ist ein tragender Pfeiler für das gute Vertrauensverhältnis zu «unseren» Kindern. Sehr hilfreich war auch das erstmalige Beiziehen eines ausgebildeten Gewaltpädagogen, welcher uns wertvolle Verhaltens- und Interventionstipps geben konnte. Gleichzeitig bestätigte er uns gesamthaft, auf dem richtigen Weg zu sein und eine spürbare Respektkultur geschaffen zu haben, in der auch die Wirksamkeit von Regeln deutlich wahrnehmbar sei. Mit dieser zusätzlichen Unterstützung, unseren Betreuerinnen und Kindercoaches, unserer regelmässigen Teilnahme an den von der Schulsozialarbeiterin geleiteten Zusammenkünften des Friedenskomitees der sogenannten Häuptlinge der Schulklassen an der Brühlschule, sowie der kreativen Zusammenarbeit mit dem Quartierverein, konnten wir auf ein hilfreiches Netz bauen. An dieser Stelle herzlichen Dank allen Beteiligten! Verabschiedung Leider mussten wir auch drei Betreuerinnen, die während vielen Jahren dem Robi Tannenweg treue Unterstützung boten, verabschieden: Adigül, Gownthy und Ranjini. Sie alle haben während unzähligen Stunden wertvolle Hilfe geleistet. Sei es beim Zvieri machen, Abwaschen, Basteln helfen oder Kochen während der Ferienaktionen. Inzwischen sind einige ihrer Kinder aus dem Spielplatzalter raus oder sie sind weggezogen oder sie haben eine Erwerbstätigkeit gefunden. Jedenfalls danken wir an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für euer langjähriges Engagement und wünschen euch alles Gute zum begonnenen neuen Abschnitt!

Anna-Rita Wyss, Leiterin Robi-Spielpatz Tannenweg