Aus der Welt der Villa 41

Wie immer zum Saisonstart stand der Schoggibrunnen wieder bereit! Wehe, wenn nicht!!! Denn auch das Schoggifondue stand auf der Liste der Highlights der Saison 2014. Weitere Highlights, welche die Kinder aufgezählt haben, waren; der Maimäret, Fürle, Jurte bauen, Sackmesserprüfung, Schwingdings im Tipi, Verkleiderlis, Ferienaktionen, Veloparcours, Flohmi und Kerzen ziehen. Für unsere Betreuerinnen war es sicherlich der Weidenflechtkurs im März. Das dort Gelernte konnten wir auf dem Spielplatz den Kindern weitergeben. Wir flochten mit viel Geschick Weidenkugeln. Für Ostern bastelten wir kleine Küken aus Eierkartons. Daraus entwickelten sich plötzlich lustigste Eierkartonmonster. So brachten einige Kinder keine Osterküken mit nach Hause, sondern Ostermonster.

In der Frühlingsferienaktion bauten wir endlich unsere Jurte auf. Schon im Herbst 2013 haben wir begonnen, das Scherengitter zu bauen und diverse Tücher zu nähen. Vor allem unsere Kindercoachs halfen beim Aufbau tatkräftig mit. Die Kinder beschäftigten sich mit der Einrichtung. Es wurden Möbel gebaut und Traumfänger gebastelt, Teppiche gewoben und Steine angemalt, als Dekoration rund um die Jurte.

Nach der Ferienaktion legten wir mit Basteleien für den Stand am Samstagsmäret los. Wie jedes Jahr verkauften wir unsere Sachen mit viel Erfolg. Zu erwähnen sind auch die feinen Backwaren, welche uns gutgesinnte Mamis und Papis jedes Mal beisteuern.

Gemeinsam mit den «Güggianern» machten wir beim Stadtprojekt «Platz da?!» mit zwei Kleinaktionen auf dem Kreuzackerplatz mit. Es machte Spass, auch mal ausserhalb der Villa etwas zusammen zu machen. Bei der ersten Aktion malten wir Steine goldig oder schwarz an. Diese verteilten wir dann an verschiedenen Orten in der Stadt. Die goldenen kamen an Orte, an denen es uns gut gefällt, die schwarzen verteilten wir an Orte, die nicht gerade als kinderfreundlich gelten. An der zweiten Aktion malten wir mit Strassenkreiden unter anderem den Kreuzackerplatz mit Blumen voll. Zum Schluss spendierte uns eine Grossmutter eines Kindes ein Eis.

Nebst dem häufigen und beliebten Fürlen lief dies und das im schönen Garten der Villa. Nachdem wir die Tour de Suisse live miterleben konnten, waren wir voll motiviert und richteten uns einen Veloparcours rund um die Villa ein. An mehreren Nachmittagen waren wir beschäftigt mit dem Aufbau, Ausprobieren, Üben, Zeitmessen, Rennen veranstalten und zu guter Letzt mit den Preisverleihungen. Kurz vor den Sommerferien konnten wir unsere Jurte schon das erste Mal an unseren Nachbarn, dem Discher Heim, vermieten.

Im August begann Miriam, die neue Praktikantin von der Jugendförderung, bei uns mitzuwirken. Bis zum Sommer 2015 wird sie uns jeweils an den Mittwochnachmittagen unterstützen. Just an ihrem ersten Nachmittag passierte der nicht gerade harmlose Unfall eines Kindes. Im Spass rannten sich einige Jungs hinterher. Dabei stiess ein Junge gegen eine Glastür und verletzte sich stark am Oberarm. 27 Kinder besuchten an diesem Nachmittag den Spielplatz. Ihre Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Wir leisteten natürlich sofort erste Hilfe und benachrichtigten unverzüglich die Ambulanz und die Mutter des Jungen. Es war für mich sehr beeindruckend, wie der Freund des verletzten Jungen voll dabei war, mitdachte und souverän sowie mitfühlend reagierte. Er war mir in diesem Moment eine der besten Hilfen. Nachdem die Ambulanz weg war und alle Spuren weggewischt waren, setzten wir uns alle zusammen und besprachen das Geschehene intensiv. Jedes Kind konnte zu Wort kommen, wenn es wollte. An den weiteren Nachmittagen war dieser Vorfall natürlich immer wieder ein Gesprächsthema. Um das Ganze auch noch besser zu verarbeiten, gestalteten einige Kinder ein Büchlein für den Verunfallten, mit Zeichnungen und Wünschen drin.

Am 6. September herrschte wieder ein buntes Treiben an unserem Flohmi im Garten der Villa. Das Wetter war super, die Stimmung sehr gemütlich und es wurden viele Crêpes und Hotdogs verspiesen.

«Kaufen? Nein, das wäre ja gelacht! Wir haben es lieber selbstgemacht. Ob Käse machen, Hölzer schnitzen, Kleider färben, Besen binden – die besten Handwerker sind hier zu finden!» Das war das Motto der Herbstferienaktion. Vieles konnten die Kinder in dieser Aktion erkunden und erlernen. Am letzten Tag erhielten einige ein Taschenmesser-Schnitz-Diplom. Nach dieser Woche berichtete mir eine Mutter über die Aussage ihres Sohnes. «Weisch Mami, wenn i chönnt uswähle, zwüsche eim halbe Johr i d'Schuel chönne z'go oder i d'Villa. I würdi i d'Villa go, will dört, dört lernt me Sache für's Läbe!»

Nach der Herbstferienaktion durften wir mit Kinderchampagner auf vier neue Kindercoachs anstossen. Sie haben sich in ihrer neuen Rolle sofort als engagierte Helfer/-innen bewährt.

Wie immer nach den Herbstferien geht's nicht mehr lange bis zum Saisonende. Uns blieb noch Zeit, an den verbleibenden Nachmittagen gemütlich unsere Kerzen zu ziehen und den letzten Nachmittag mit einem Lottomatch und einer kleinen Disco zu beenden.

Ganz herzlichen Dank an unsere Kindercoachs und an alle freiwilligen Helfer und Helferinnen für die Unterstützung an den Nachmittagen, in den Ferienaktionen und an sonstigen Anlässen. Ein besonderer Dank geht an die Betreuerinnen Sibylle Meyer, Jacqueline Grütter, Daniela Schönbächler und Pathma Mathivannan.

Lis Dreier, Leiterin Villa 41