Aus der Güggiwelt

Bunt, fröhlich, laut, gemütlich, spannend und ab und an etwas überbordend ... so kann ich das Güggijahr 2014 beschreiben. Bunt ... weil Kinder aus 19 Kulturkreisen unser Güggi-Spielplatzangebot nutzten! Bunt auch, weil unzählige Bastelarbeiten von den Kindern angefertigt wurden und immer wieder Gruppen von Kindern mit farbigen Kleidern eine Theatereinlage zum Besten gaben. Fröhlich ... weil das Spielen in der freien Natur und in unserem «Spielzimmer» immer wieder als beliebtes Angebot genutzt wurde. Laut ... weil das Hämmern und Sägen der Baum- und Holzhütten weit über das Spielplatzterrain hinaus hallte. Gemütlich ... weil immer wieder bei Regengüssen das Geschichtenerzählen ein Zusammenrücken aller Kinder erforderte. Spannend ... weil wir gemeinsam stets neue Lösungen für Probleme fanden. Weil auch die Ferienaktionen zu Horizonterweiterungen führten und die Kinder gespannt den Geschichten zuhören konnten. Überbordend ... weil der Anspruch der durchschnittlich 46 Kinderbesuche von allen Seiten oft riesig war. «Kann ich die elektrische Säge bei meinem Baumhausbau brauchen? Ich habe mich verletzt, ich brauche ein Pflaster. Darf ich etwas trinken? Es hat kein Toilettenpapier mehr auf dem WC. Kannst du mir beim Ausschneiden helfen? Spielst du mit uns das Länderspiel? Jonas ist doof und macht unsere Bahn kaputt. Darf ich noch Suppe kochen? Wie viel Uhr ist es, ich muss noch in die Geigenstunde. Und und und. Ein Vater war im Frühling auf dem Platz und sagte mir: «Ich bin Manager eines mittleren Unternehmens. Aber diese Präsenz hier übersteigt mein Arbeitsumfeld. Es ist fast wie an der Börse». Die Kinder lernten auch, sich durchzusetzen und ihre Meinung und Haltung zu vertreten. Durch die Kindermitsprache (Kinderrat) lernten sie zu argumentieren, wenn sie eine Neuanschaffung wünschen oder wenn es um Regeln geht, die neu ausgehandelt werden müssen. Ja, das Güggijahr ist stets eine lebendige Herausforderung für alle Kinder, Jugendlichen (Kindercoachs) und Erwachsenen und ein prägendes Freizeitangebot für die Kinder. Viele Kinder erleben hier ein Jahr im Rhythmus der Natur und erlangen Kulturfertigkeiten, welche sie in ihrem «geschützten» Alltag nicht erleben können. Ein Güggijahr lebt von vielen Menschen im Hintergrund. Das sind zum einen all die engagierten Betreuerinnen, die verlässliche Kindercoachtruppe, die vielen Eltern, welche uns mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch ab und zu ein Zvieri spenden oder uns mit einem Beitrag unterstützen. Ein grosses Dankeschön auch an den Vereinsvorstand, der unsere Arbeit gutheisst und uns das Vertrauen schenkt. Und an die Sozialen Dienste, die unsere Arbeit unterstützen. Ich bin dankbar, dass uns für drei Jahre eine Assistenzstelle zugesichert wurde. Natürlich geht mein Dank auch an die Assistenz: Milena Adamo und Andreas Teichmann haben das letzte Güggijahr massgeblich geprägt und mitgestaltet. Ohne sie wäre die Arbeit mit dieser grossen Anzahl Kinder kaum zu bewältigen gewesen. Danke für eure grossartige Mitarbeit! Betreuerinnen: Claudia von Burg, Ania Borowiec, Claudia Colombini, Kirja Hudson, Denise Hüssy, Mirjam Matter, Katrin Schwägli, Mathy Thavakumar, Jana Ulmann, Nadine Walker, Brigitte Winz.

Guda Hess, Leiterin Güggi